Das Studentenleben im Vereinigten Köngireich : Die Perspektive einer Insiderin

Ich habe mein ganzes Leben lang in Großbritannien gelebt und bin seit zwei Jahren Studentin an der Universität von Stirling, Schottland. Während dieser Zeit habe ich entfernt von zu Hause gewohnt und studiert und bin in eine Kultur eingetaucht, die man “Studentenleben” nennt. Natürlich unterscheidet sich das Studentenleben von Ort zu Ort, aber ich glaube, es gibt einige wesentliche Punkte, die auf alle britischen Universitäten zutreffen. Mir persönlich gefallen alle Aspekte meines Studienalltags hier in Großbritannien und ich würde es zweifelsohne anderen weiterempfehlen.

Zuerst die Theorie: In Schottland dauert es vier Jahre, einen normalen Hochschulabschluss, ein sogenanntes honours degree, zu erlangen, in England drei. Dreijährige Programme sind auch in anderen Teilen Großbritanniens, in Wales und Nordirland verbreitet. Es gibt die Option, in Schottland einen Abschluss ohne Spezialisierung zu machen, der drei Jahre dauert, aber die vierjährige Variante ist üblicher.

Es ist wahrscheinlich, dass man bezahlen muss, um als Ausländer in Großbritannien studieren zu dürfen. Wenn man allerdings eine bestimmte Anzahl von Jahren in Schottland gelebt hat, bevor man sich bewirbt, muss man keine Studiengebühren zahlen. Als EU-Bürger kann man auch andere Rabatte bekommen, da die Heimuniversität bis zu 50% der Studiengebühren übernimmt. Natürlich gibt es immer die Möglichkeit, sich für ein Stipendium zu bewerben oder während der Ausbildung von einer Firma gesponsert zu werden.

Als Nächstes: Ein Tag an einer typisch britischen Universität. Der Stundenplan einer Woche wird eine Mischung aus Vorlesungen und Seminaren (auch Tutorien genannt) beinhalten. Für jedes Semester wirst du eine vorgeschriebene Anzahl an Modulen (Klassen) auswählen müssen – zwischen zwei und zehn, je nachdem, wie intensiv sie sind. Wenn du deine Module auswählst, werden einige verpflichtend für deine Studienrichtung sein, aber oft haben Studenten eine gewisse Freiheit bei der Auswahl ihrer zusätzlichen Fächer. Im Gegensatz zu anderen Universitäten in Europa muss man keinen Sprachkurs besuchen, außer es wird für deinen Studienabschluss verlangt.

Nun zu den Studentenheimen: Alle Universitäten werden dir dazu raten, für dein erstes Jahr in ein Studentenheim zu ziehen. Dadurch kannst du neue Leute kennenlernen, Freunde finden und lernen, wie alles abläuft. Studentenheime unterscheiden sich voneinander in der Größe, dem Design und der Anzahl an Leuten, mit denen du deine Unterkunft teilst. In meinem ersten Jahr lebte ich auf einem Korridor mit 15 anderen und wir alle teilten uns die Küche, was mir gefiel, da ich so viele Leute kennenlernte. In einem Studentenheim zu wohnen ist eine großartige Erfahrung – alle befinden sich in der gleichen Situation, müssen erst Fuß fassen und versuchen, Freunde zu finden. Auch dein Sozialleben wird davon profitieren, schließlich finden die besten Partys in Studentenheimen statt!

Ein anderer wichtiger Aspekt des Studentenlebens im Vereinigten Königreich ist es, unter der Woche auszugehen. Bars und Nachtclubs haben oft spezielle Partys für Studenten mitten in der Woche, mit niedrigen Eintrittspreisen und günstigen Getränken. In meiner Universität zum Beispiel sind die Dienstage und Donnerstage die Tage, an denen man ausgeht. Natürlich sollte man am nächsten Tag noch in der Lage sein, seine Vorlesungen zu besuchen, aber es ist eine Tradition und man muss nicht bis zum Wochenende warten, um auszugehen und mit seinen Freunden Spaß zu haben.

Ein wichtiger Teil des britischen Studentenlebens sind Universitätsclubs und Sportteams. Viele Universitäten haben lustige Vereine wie zum Beispiel den “Club der Schokoladeliebhaber”, denen man beitreten kann, um neue Freunde zu finden, sich zu treffen und gemeinsam Spaß zu haben. Es gibt auch ernsthaftere Clubs wie zum Beispiel den Businessclub, die nützlich für dein Studium sein können. Wer einem Sportverein beitritt, wird Freunde finden und nimmt an Wettbewerben teil. Ich bin zum Beispiel dem Cheerleading-Club beigetreten und es war wirklich ein guter Weg, um neue Leute kennenzulernen.

Nach Großbritannien zu kommen, um auf deinen Abschluss hinzuarbeiten, ist nicht nur gut für deinen Lebenslauf, sondern auch eine großartige persönliche Erfahrung. Die Studentenkultur umfasst vor allem einen sozialen Aspekt. Du wirst die Möglichkeit haben, ständig neue Leute kennenzulernen und einen großen Freundeskreis aufzubauen. Britische Universitäten haben eine großartige Kultur, in die du eintauchen kannst – ich habe es gemacht und empfehle es unbedingt weiter.

Wichtige Ratschläge, um den Kulturschock im Vereinigten Königreich zu überwinden

Wenn du für ein Praktikum nach Großbritannien reist, wirst du dort sicherlich eine wundervolle Zeit haben. Trotzdem ist es wichtig, sich über die britische Kultur zu informieren, um einen Kulturschock zu vermeiden. Zuallererst müssen wir uns die Frage stellen: Was ist ein Kulturschock? Es ist das Gefühl der Angst und Verwirrung, das man vielleicht verspürt, wenn man in ein Land reist, das einem unbekannt ist. Es kann schwer sein, sich an die verschiedenen kulturellen Normen und Werte zu gewöhnen und der starke Kontrast zum Heimatland ist für manche ein anfänglicher Schock.

Es gibt einige Dinge, die Reisende verwirren können, wenn sie das erste Mal nach Großbritannien kommen. Wenn Briten jemanden zum ersten Mal treffen, geben sie sich zum Beispiel zur Begrüßung die Hand, anstatt sich auf die Wange zu küssen. Generell sind Briten reservierter, was den Körperkontakt und persönlichen Freiraum angeht, als Menschen aus anderen europäischen Ländern. Eine weitere Sache, auf die man achten sollte, ist die Tatsache, dass man in Großbritannien und Irland auf der linken Straßenseite fährt, was sich am Anfang sehr seltsam anfühlen kann, wenn man mit dem Auto oder einem Bus fährt, da man das Gefühl hat, alle würden einem entgegen kommen. Außerdem ist das Essen dort anders – das traditionelle englische Frühstück, zum Beispiel, mit Würstchen, Eiern, Speck, Toast, etc. kann anders sein als alles, woran du gewöhnt bist.

Hier sind einige Tipps, die gegen das Gefühl der Angst und des Unvertrauten helfen, wenn du nach Großbritannien reist:

Sei aufgeschlossen/tolerant/unvoreingenommen:
Es ist wichtig, objektiv zu sein und nicht zu urteilen, wenn man etwas über die Kultur des Vereinigten Königreichs lernt. Jeder ist mit seinen eigenen kulturellen Normen und Werten aufgewachsen, genauso du in deinem Heimatland. Nur, weil die Normen in Großbritannien anders sind, bedeutet es nicht, dass sie falsch sind. Wenn du unvoreingenommen bleibst, wird es einfacher für dich, zu lernen und zu verstehen, warum die Dinge so sind, wie sie eben sind. Engstirnig zu sein und die Dinge nicht so hinzunehmen, wie sie sind, wird dich auf lange Zeit nur noch besorgter machen. Versuche nicht, die neue Kultur mit der deines Heimatlandes zu vergleichen, sondern behandle einfach alles, was du lernst, als wertvollen Einblick in die Kultur Großbritanniens.

Lerne die Landessprache
Die Menschen werden deine Mühe zu schätzen wissen, wenn du versuchst, Englisch zu sprechen, da es dein Interesse und deinen Willen zeigt, etwas zu lernen. Halte dich nicht zurück, etwas zu sagen und habe keine Angst, dass du Fehler machen könntest. Niemand wird von dir erwarten, perfekt Englisch sprechen zu können – es ist ein Lernprozess und deine Kollegen/ Freunde werden das respektieren. Nichts ist bewundernswerter, als es zu versuchen und irgendwann wird es einfacher für dich werden, bis du dich nicht einmal mehr anstrengen musst. Es könnte für dich zu einer zweiten Muttersprache werden!

Lerne neue Leute kennen
Es gibt keinen besseren Weg, eine neue Kultur kennenzulernen, als mit den Einheimischen zu sprechen, und falls du dadurch neue Freunde gewinnst, ist das ein zusätzlicher Gewinn! Freunde in Großbritannien zu haben, wird deinen Englischkenntnissen auf die Sprünge helfen und außerdem dazu beitragen, dass du dich in deine neue Umgebung besser einlebst. Es ist immer toll, Leute zu finden, mit denen man seine Erfahrungen teilen und den sozialen Teil seines Praktikums verbessern kann.

Hab Sinn für Humor
Es ist sehr wahrscheinlich, dass du während deines Praktikums ein falsches Wort benutzt oder in einer Situation etwas Falsches tust. Wenn es passiert, ist es wichtig, nicht zu hart zu sich selbst zu sein. Lache einfach über deinen Fehler und die anderen werden mit dir lachen. Es ist ein Lernprozess und kann Spaß machen. Du wirst neue Dinge einfacher lernen, wenn du Fehlern, die du machen könntest, entspannt entgegentrittst und die anderen werden dich für deine positive Einstellung bewundern.

Wenn du dich an diese Tipps hältst und alles tust, um in deinem Praktikum voranzukommen, kann nichts schief gehen. Am wichtigsten ist aber: Hab Spaß!

Die Marketingabteilung

In der Marketingabteilung war es meine erste Aufgabe, eine Landing page zu erstellen. Das Ziel dieser Seiten ist es, eine Stadt auf eine kurze Art und Weise vorzustellen. Wir erstellen diese Landing pages für die Datenbank unseres Unternehmens. Der erste Schritt ist es, ein Land auszuwählen und danach eine Stadt, die als Datei auf dem Computer unseres Abteilungsleiters gespeichert ist. Danach tragen wir unseren Namen und die Daten ein. Ich denke immer zuerst über den Titel nach, denn dieser muss aussagekräftig und gut sein. Danach beginnen wir mit unserer Nachforschung über die Stadt. Im ersten Paragraf stellen wir die Stadt vor. Darauf folgen Informationen über das Nachtleben, die Einkaufsbereiche, die Sightseeing-Möglichkeiten, Zeit, Klima und öffentliche Transportmittel. Zum Schluss suchen wir in der Datenbank nach einem Foto der Stadt und falls wir keines finden, bitten wir die Medienabteilung, eines zu finden. Danach platzieren wir das Foto links auf der Willkommensseite.

Später musste ich Artikel schreiben. Jede Woche müssen wir einen Artikel für Traveltura oder Internship-UK schreiben. Die Themen, die ich für Traveltura ausgewählt hatte, waren Frankreich und das Vereinigte Königreich.

Zusätzlich mussten wir auch noch Einträge auf Twitter posten. Jede Woche gibt es einen Plan, auf dem die Namen der Praktikanten stehen, die dafür verantwortlich sind. Die Einträge beziehen sich auf Praktika, was bedeutet, dass Tipps veröffentlich werden, wie man einen CV oder persönliche Bewerbungsschreiben verfasst. Im Fall, dass man dafür ausgewählt wurde, muss man sich mit dem Internship-UK Account auf Twitter einloggen. Wenn wir allerdings über Reisen in Europa oder dem Vereinigten Königreich schreiben, müssen wir uns mit dem Traveltura Account einloggen. Was die Themen meiner Posts betrifft, besuche ich normalerweise verschiedene Internetseiten, wie die des Guardian, der Daily Mail, BBC News oder der Huffington Post. Sobald ich einen besonders interessanten Artikel gefunden habe, muss ich diesen kürzen und den Link via copy und paste übertragen.
Sobald ich mein Thema gefunden habe, fertige ich einen Satz als Entwurf des Posts an, gefolgt von dem Link und schicke das Ganze anschließend an die Medienabteilung. Es ist wichtig, einen gut geschriebenen Eintrag auf Twitter zu posten, um die Aufmerksamkeit der User zu erlangen. Sobald der Post korrigiert worden ist, kann ich ihn auf Twuffer hochladen, einer Internetseite, auf der man seine Tweets schreiben und veröffentlichen kann. Nun kommt der letzte Schritt. Ich schreibe meinen Post und wähle ein Datum und eine Uhrzeit aus. Wir können daran alleine oder zu zweit arbeiten. Für Traveltura müssen wir vier Tweets und zwei Antworten pro Tag posten und für Internship-UK zwei Tweets und zwei Antworten. Außerdem müssen wir auf jeweils vier Einträge für Traveltura und Internship-UK auf Facebook posten.

Während der Arbeit haben wir außerdem noch einige Workshops. Mein Erster behandelte das Thema “Sims Introduction”. Dieser Workshop erklärte uns im Wesentlichten, wie wir das interne System unseres Unternehmens verwenden.
Der Zweite erklärte uns und gab uns Tipps, wie wir Artikel für Traveltura und Internhship-UK schreiben sollten. Der dritte Workshop stellte einige Online-Wörterbücher vor. Er sollte uns die wirklich “guten” Wörterbücher zeigen und wie man diese verwendet.
Unser vierter Workshop behandelte soziale Medien. Dann gab es noch einen über LinkedIn. Diese Workshops beschrieben die Hauptcharakteristika dieser Themen. Unser letzter Workshop stellte uns das “Keyword Project” vor. Das Ziel war es, uns zu zeigen, wie wichtig es ist, gute Schlüsselwörter zu verwenden, wenn wir Artikel schreiben.

Ein Praktikum im Ausland

Jedes Jahr entscheiden sich viele Schüler dafür, ein Praktikum in einem anderen Land zu machen, da man sich durch ein solches nicht nur vom Rest auf dem Arbeitsmarkt abhebt, sondern auch unschätzbare persönliche und berufliche Erfahrungen sammelt. Heutzutage stellen Unternehmen mehr und mehr Schüler und Studenten ein, die bereits im Ausland gewesen sind. Tatsächlich werden Schüler, die Praktika im Ausland absolviert haben, als eigenständiger und ehrgeiziger wahrgenommen. Außerdem erwartet man von ihnen, dass sie die Sprache des Landes, welches sie besucht haben, fließend sprechen.

Zudem ist eine Reise ins Ausland sehr bereichernd. Tatsächlich ist ein Praktikum eine einzigartige Erfahrung, an die sich Schüler oft für den Rest ihres Lebens erinnern. Auf sich allein gestellt zu sein, bringt die Schüler dazu, eigenständiger zu werden und insbesondere zu lernen, alleine zu leben. Sie müssen für sich selbst kochen und ihre täglichen Aufgaben allein erledigen.

Basierend auf dem bereits erhaltenen Training und Wissenslevel der Schüler sollte ein Praktikum normalerweise mindestens drei Monate und bis zu einem Jahr andauern. In dieser Zeit können die Schüler die Gegend bereisen und das neue Land erkunden, eine neue Kultur kennen lernen, ihre Sprachfähigkeiten erweitern und, was am wichtigsten ist, neue Leute kennen lernen. Sich unter andere Menschen zu mischen ist einer der Hauptaspekte eines Praktikums, den die Schüler am meisten genießen, da es ihnen die Möglichkeit gibt, neue Freunde aus verschiedenen Ländern zu finden und ihr berufliches Netzwerk zu erweitern.

Trotzdem ist es wichtig, dass die Schüler die Landessprache sprechen und Zeit mit den anderen Praktikanten verbringen. Viele Schüler haben nämlich die Angewohnheit, meistens bei ihren Landsleuten zu bleiben, sei es, weil sie diese mögen, oder es ihnen einfach mehr Sicherheit gibt. Dadurch können sie nicht von der Gelegenheit profitieren, ihre Fähigkeiten in der lokalen Sprache zu verbessern, und werden so nicht den größten Nutzen aus ihrem Praktikum ziehen.

Während des Praktikums ist Geld ein ständiges Problem vieler Schüler. Allerdings gibt es eine Menge finanzieller Unterstützung durch Stipendien wie zum Beispiel der International Mobility oder des Leonardo Da Vinci Projekts. Außerdem kommt es sehr selten vor, dass Schüler Sicherheitsprobleme haben, da sie ihre Praktika normalerweise in Industriestaaten wie den USA, England, Australien, Deutschland oder Frankreich absolvieren.

Abschließend kann man sagen, dass ein Praktikum im Ausland ein Abenteuer und eine unglaubliche Erfahrung ist, die möglichst alle Schüler zumindest einmal in ihrem Leben machen sollten.